AT Texte in Leichter Sprache
Das Hohelied - Einleitung
Hohelied bedeutet: das schönste Lied.
Das Hohelied ist eine Sammlung aus vielen Liedern.
In den Liedern geht es um die Liebe.
Zum Beispiel um die Liebe zwischen einer Frau und einem Mann.
So ähnlich ist auch die Liebe zwischen den Menschen und Gott.
Im Hohelied singen 2 verliebte Leute.
Mal singt Sie, die Frau.
Mal singt Er, der Mann.
Die Liebe schmeckt gut (1,2-4)
Sie sagt:
Küss mich mit deinem Mund.
Deine Liebe schmeckt besser als Wein.
Du riechst so gut.
Ich spreche deinen Namen so gerne aus.
Dein Name klingt so gut.
Deshalb sind viele junge Frauen in dich verliebt.
Du bist wie ein König für mich.
Nimm mich mit in deinen Königs·palast.
Dort wollen wir uns lieben.
Ich freue mich über deine Liebe.
Deine Liebe ist besser als Wein.
Alle lieben dich.
Etwas Besonderes (2,1-7)
Sie sagt:
Ich bin wie eine Lilie.
Eine Lilie ist eine Blume.
Sie duftet sehr gut.
Er sagt:
Meine Freundin ist etwas Besonderes.
Sie ist so schön wie eine Lilie.
Die anderen Mädchen sind wie Dornen.
Sie sagt:
Mein Liebster ist auch etwas Besonderes.
Er ist wie ein Apfel·baum mitten im Wald.
Ich möchte im Schatten von diesem Apfel·baum sitzen.
Und ich möchte die Äpfel von dem Baum essen.
Sie sagt:
Mein Liebster hat mich in ein Gast·haus geführt.
Mein Liebster schaut mich liebevoll an.
Oh, ich brauche Kuchen.
Ich brauche frische Äpfel.
Ich muss mich stärken.
Denn ich bin krank vor Liebe.
Sein linker Arm liegt unter meinem Kopf.
Sein rechter Arm hält mich fest.
Meine Freundinnen, ich bitte euch:
Stört unsere Liebe nicht.
Die Liebe ist so schön!
Hirsch und Täubchen (2,8-17)
Sie sagt:
Ich höre meinen Liebsten.
Ich sehe ihn.
Da kommt mein Liebster!
Er springt schnell über die Berge.
Er ist wie ein junger Hirsch.
Jetzt steht mein Liebster vor unserem Haus.
Er schaut durch einen Spalt in mein Fenster hinein.
Er sagt:
Meine Liebste.
Komm doch aus dem Haus, meine Schöne.
Denn schau, der Winter ist vorbei.
Der Regen hat aufgehört.
Die Blumen wachsen aus dem Boden.
Der Frühling ist da.
Wir hören die Vögel zwitschern.
Am Feigen·baum werden die Feigen reif.
Die süßen Wein·reben duften.
Meine Schöne!
Mein Täubchen!
Komm doch aus deinem Versteck.
Ich will dich anschauen!
Denn du bist wunder·schön.
Ich will deine Stimme hören!
Denn deine Stimme klingt so süß wie Honig.
Sie sagt:
Mein Liebster gehört nur mir.
Und ich gehöre nur ihm.
Die ganze Nacht.
Meine Freundin ist schön (4,1-7)
Er sagt:
Meine Freundin, du bist so schön.
Deine Augen sind wie zwei Tauben.
Deine Haare sind wie eine Herde von schwarzen Ziegen,
die von den Bergen herunter laufen.
Deine Zähne sind so weiß
wie frisch gewaschene Schafe.
Deine Lippen sind wie ein rotes Band.
Dein Mund hat eine schöne Form.
Dein Hals ist schön lang.
Deine Brüste sind wie die Jungen von einem Reh
und so gleich wie Zwillinge.
Ich will die ganze Nacht bei dir bleiben.
Bei dir duftet es nach Weihrauch und Myrrhe.
Alles an dir ist schön!
Ein schlimmer Traum (5,2-8)
Sie sagt:
Ich schlafe.
Aber mein Herz ist wach.
Da ist ein Geräusch.
Mein Liebster klopft an die Tür.
Er spricht:
Mach die Türe auf, meine Liebste.
Mein wunderschönes Täubchen.
Meine Haare sind vom Tau ganz nass.
Sie sagt:
Ich habe meine Kleidung schon ausgezogen.
Ich will sie nicht wieder anziehen.
Ich habe mir schon die Füße gewaschen.
Ich will sie mir nicht wieder schmutzig machen.
Da schiebt mein Liebster seine Hand durch ein Loch in der Mauer.
Das gefällt mir.
Ich stehe auf.
Ich öffne die Türe für meinen Liebsten.
Doch mein Liebster ist verschwunden.
Ich bin verzweifelt.
Ich gehe nach draußen.
Ich suche ihn überall.
Aber ich finde ihn nicht.
Ich rufe nach ihm.
Aber er antwortet mir nicht.
Die Wächter von der Stadt finden mich.
Sie schlagen mich.
Sie reißen mir den Schleier vom Kopf.
Die Wächter sind böse.
Meine Freundinnen, ich bitte euch:
Wenn Ihr meinen Liebsten findet,
dann sprecht mit ihm.
Sagt ihm:
Deine Freundin ist krank vor Liebe.
Mein Freund ist etwas Besonderes (5,9-16)
Sie sagt:
Meine Freundinnen fragen mich:
Was ist an deinem Freund so besonders?
Ich sage zu meinen Freundinnen:
Mein Freund ist größer als alle anderen Männer.
Sein Gesicht glänzt wie Gold.
Seine lockigen Haare sind so schwarz wie ein Rabe.
Seine Augen sind klar.
Seine Wangen duften wie Kräuter·beete in einem Garten.
Seine Lippen sind wie Lilien.
Seine Arme sind wie Stangen aus Gold.
Sein Körper ist wie Elfenbein.
Auf seiner Brust sind Edelsteine.
Seine Beine sind wie zwei starke Säulen.
Seine Füße sind wie Gold.
Er ist so schön wie die Zedern·bäume im Land Libanon.
Seine Zunge schmeckt wie eine Süßigkeit.
Alles an ihm ist perfekt.
Ja, so ist mein Liebster.
Im Garten (6,1-3)
Sie sagt:
Meine Freundinnen fragen mich:
Wo ist dein Liebster?
Wir wollen ihn gemeinsam suchen.
Ich sage zu meinen Freundinnen:
Mein Liebster ist in seinen Garten gegangen.
Dort duften die Kräuter.
Er will dort Lilien pflücken.
Ja, ich gehöre meinem Liebsten.
Und mein Liebster gehört mir.
Ich bin wie sein Garten.
Du bist so schön wie die Stadt Jerusalem (6,4-12)
Er sagt:
Meine Freundin, du bist so schön wie die Stadt Jerusalem.
Aber ich habe auch ein wenig Angst vor dir.
Schau mich nicht so an.
Du bringst mich ganz durcheinander.
Deine Haare sind wie eine Herde von schwarzen Ziegen,
die von den Bergen herunter∙ laufen.
Deine Zähne sind so weiß
wie frisch gewaschene Schafe.
Und du hast noch alle Zähne.
Dir fehlt kein Zahn.
Deine Wangen leuchten hinter deinem Gesichts·schleier.
Sie leuchten wie ein Stück vom Granat·apfel.
Er sagt:
Es gibt viele Königinnen.
Und es gibt noch mehr junge Frauen.
Doch für mich gibt es nur die eine.
Sie ist mein Täubchen.
Sie ist perfekt.
Ihre Mutter liebt sie sehr.
Sie ist ihre liebste Tochter.
Alle Frauen mögen sie.
Sie leuchtet wie der Mond.
Sie leuchtet wie die Sonne.
Sie ist so schön,
dass sie mir Angst macht.
Sie ist so schön.
Ein Wunsch (8,1-4)